Seit einiger Zeit beschäftige ich mich intensiver mit den Themen Insulin, Blutzucker und Glukose. Ein Auslöser war unter anderem das Buch Outlive: The Science and Art of Longevity (Affiliate Link) ↗ von Peter Attia, in dem die Stabilität des Blutzuckers als entscheidender Faktor für ein gesundes Altern hervorgehoben wird. Parallel dazu habe ich durch meine Bluttests mit Aware bereits Erfahrungen gesammelt und konnte mir ein Bild von meinen Werten machen. Bluttests liefern allerdings nur Momentaufnahmen. Ich wollte verstehen, wie mein Körper im Alltag reagiert, wenn es um Mahlzeiten, Stress, Sport oder auch um Bier und Kaffee geht.
Ein Video von Insulin Doctor hat meine Neugier noch verstärkt. Darin wird erklärt, wie stark Insulin und viszerales Fett miteinander zusammenhängen und welchen Einfluss Lebensstilfaktoren auf unsere Gesundheit haben.
Um nicht nur theoretisch über Blutzucker zu lesen, sondern konkrete Erfahrungen zu sammeln, habe ich mir den Abbott FreeStyle Libre 3 Plus (Affiliate Link) ↗ bestellt. Das Gerät ist ein sogenannter Continuous Glucose Monitor, kurz CGM, der den Gewebezucker kontinuierlich misst und die Daten direkt an eine App überträgt. Mein Plan ist ein Selbstexperiment über 14 Tage, um zu beobachten, wie sich mein Alltag auf meinen Blutzucker auswirkt.
Passend dazu bin ich am Tag meiner Bestellung auf ein weiteres Video gestoßen, das das Thema Blutzucker Tracking aus einer angenehm alltagstauglichen Perspektive beleuchtet.
In der Langlebigkeitsforschung wird immer wieder betont, dass stabile Blutzuckerwerte ein zentraler Schlüssel für Gesundheit sind. Peaks nach Mahlzeiten können Energie rauben, Insulinresistenz fördern und langfristig auch die Alterungsprozesse beschleunigen. Ein CGM macht sichtbar, welche Lebensmittel oder Routinen den größten Einfluss haben. Spannend ist dabei die Frage, welche Mahlzeiten starke Ausschläge verursachen, welche Kombinationen die Kurve stabil halten und wie Schlaf oder Bewegung eine Rolle spielen.
Abbott FreeStyle Libre 3 Plus im Selbsttest
Den Abbott FreeStyle Libre 3 Plus ↗ bekommt man im Netz für rund 60 Euro. Er kommt schlicht verpackt und besteht im Wesentlichen aus dem Sensor und einem Applikator. Als ich ihn ausgepackt habe, war ich zunächst überrascht, wie groß und beeindruckend die Nadel aussieht. In dem Moment dachte ich kurz, dass das Aufsetzen unangenehm werden könnte. Doch das Gegenteil war der Fall. Nachdem ich den Sensor an meinem Hinterarm platziert hatte, war ich fast enttäuscht, dass ich absolut nichts gespürt habe. Kein Schmerz, kein Ziehen, einfach gar nichts.
Die Verbindung mit der App funktionierte anschließend problemlos. Der Sensor koppelt sich schnell, und nach der kurzen, vorgegebenen Wartezeit konnte ich ihn aktivieren und die ersten Werte sehen. Ab da war es faszinierend zu beobachten, wie sich der Glukoseverlauf im Laufe des Tages entwickelt: beim Essen, beim Sport oder einfach nur während eines Meetings am Schreibtisch.

Fazit und Ausblick
Nach zwei Wochen mit dem Sensor kann ich sagen, dass das Experiment wirklich spannend war. Der Libre 3 Plus ließ sich leicht anbringen und hat durchgehend zuverlässig Daten geliefert. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit vergisst man fast, dass man überhaupt einen Sensor trägt. Selbst beim Sport, Duschen oder Schlafen war er kaum spürbar und hat mich kein einziges Mal gestört.
Während der Zeit habe ich mehrmals täglich in die App geschaut, aber nicht jeden Tag konsequent. Wenn ich aktiv auf die Werte geachtet habe, konnte ich für mich feststellen, dass mein aktueller Lebensstil – also meine Ernährung, Aktivität und mein Alltag insgesamt – kaum Einfluss auf meinen Blutzucker hatte. Ich lag in der Regel konstant im grünen Bereich und nur selten darunter. Interessanterweise kam es zu diesen leichten Abfällen fast ausschließlich nachts im Schlaf. Das möchte ich mir beim nächsten Bluttest mit Aware noch einmal genauer ansehen und die Ergebnisse im Kontext vergleichen. Ich bin gespannt, ob sich dort Zusammenhänge zeigen, die im Alltag zunächst nicht sichtbar waren.
Der Sensor soll laut Hersteller 15 Tage durchhalten, hat sich bei mir aber bereits an Tag 13 nicht mehr verbunden – obwohl er weiterhin perfekt saß und ich ihn kaum beansprucht habe. Da ich nicht täglich in die App geschaut habe, fiel mir der Ausfall erst etwas später auf. Am nächsten Tag war die Verbindung dann plötzlich wieder da, nur um im Laufe des Tages erneut zu verschwinden. Wenn man wirklich dauerhaft und durchgängig tracken möchte, ist so etwas natürlich ärgerlich. Für mich war es dennoch ein spannendes Experiment und vor allem ein neues Set an Daten, mit dem ich künftig arbeiten kann.
Fotocredits: Abbott und Achim Hepp

